Poetry Slam „Welt im Umbruch. Kunst der 1920er Jahre“ in Hamburg

Ein gelungener Mix aus geistreich-humorvoller Unterhaltung und Wissensvermittlung – so lässt sich unser Besuch im Bucerius Kunst Forum in Hamburg am 6. Mai zusammenfassen, für den unser Kartenkontingent rasant vergriffen war.

Kein Wunder: Die Profis vom „Kampf der Künste“, Deutschlands größtem Poetry Slam Veranstalter, waren an diesem Abend eingeladen, ein Begleitprogramm zur Ausstellung „Welt im Umbruch. Kunst der 1920er Jahre“ auf die Bühne zu bringen. Zuvor durften sich die 15 SMARTis aus den nach Albrecht Mendelssohn-Bartholdy und Ebba Simon benannten Häusern zunächst einen auflockernden Aperitif genehmigen und sich anschließend mit dem Thema vertraut machen. Wenige Jahrzehnte sind so schillernd und interessant wie die 20er Jahre mit ihrer "Tanz-auf-dem-Vulkan"-Stimmung, mit Vaudeville und Absinth, Weimarer Republik und Nachkriegszeit, Wirtschaftskrise und Aufschwung.

100 Jahre Bauhaus

Nach der Einführung in die Extreme und Gegensätze dieser Zeit sowie die Kunstrichtungen „Neue Sachlichkeit“ in der Malerei und „Neues Sehen“ im noch jungen Medium Fotografie ging es durch die im Rahmen des Jubiläumsjahres "100 Jahre Bauhaus" entwickelte Ausstellung. Fünf fachkundige Guides stellten die Werke dieser spannenden Epoche, u.a. von Otto Dix, Hannah Höch oder Christian Schad, in pointierter Form vor. Beim Gongschlag war das Publikum aufgefordert, die Station bzw. den Guide zu wechseln, so dass in kurzer Zeit auch weniger Kunstinteressierte einen ausgezeichneten Überblick bekamen.

Spannende Slams zum Abschluss

Beim anschließenden Slam – von David Friedrich exzellent moderiert – konnten sich zwei SMARTis Plätze in der fünfköpfigen Jury sichern und so maßgeblich das Ergebnis des Wettbewerbs der vier Slammerinnen und Slammer beeinflussen. Die wortgewaltigen und -witzigen Darbietungen wiesen trotz des auf den ersten Blick enggefassten Themas eine erstaunliche Vielfalt auf. So bezog ein Poet den Ausstellungstitel auf die eigene Lebensdekade, in der sich der Umbruch zwischen unbeschwerter Jugendlichkeit und pflichtbewusster Existenz vollziehe. Spätestens jetzt war der Bogen zur SMARTis Existenz gespannt und die Aktualität des Themas offensichtlich!