Poetry Slam in der Heldenbar in Essen

Die Essener Innenstadt erstrahlte im Lichterglanz, der Weihnachtsmarkt war allgegenwärtig, ebenso der damit verbundene Glühweinduft rund um das ehrwürdige Grillo-Theater. Jeden Monat versammeln sich in diesem ehrwürdigen Traditionshaus wortgewandte Menschen für einen Wettstreit um die Gunst des Publikums.

Am 4. Dezember gehörte eine Gruppe SMARTis aus dem Berend Lehmann Haus dazu, die sich sogleich als eine von fünf Jury-Fraktionen aufstellen ließ. Die Beiträge der neun Poet*innen reichten von humorvoll servierten Anekdoten über eskalierte Bahnfahrten, Pokerabende und Lokalderbys bis hin zu sendungsbewussten Ansprachen über Alltagssexismus, Selbstmörder und die Diskriminierung von behinderten Kindern – entsprechend kontrovers wurde während der knapp 3-stündigen Sitzung um die Punktevergabe gerungen: Zählt die Message, ihre poetische „Verpackung“, oder gar die freie Rede? Dem Juryvorsitzenden gelang es indessen souverän, stets einen für alle akzeptablen Mittelwert als Abstimmungsergebnis zu präsentieren. Mit Janas Sieg waren zudem alle einverstanden – sie war dichterisch und inhaltlich erstklassig! Die übrigen Ergebnisse wurden vor dem Theater, als der Weihnachtsmarkt längst geschlossen hatte, noch länger besprochen. Offenbar wirkte die Gruppe dabei derartig qualifiziert, dass ein Poet um individuelles Feedback zu seinen „nur sieben Punkten“ bat, das ihm gerne gegeben wurde.

Fazit: Glatte 10 Punkte für ein erstklassiges Kulturprogramm – free for SMARTis! Sogar das Lob für den schönsten Weihnachtspullover ging an jemanden aus unserer Gruppe!